Alle Wege führen nach…

…Berlin. Genauer gesagt zur Berlinale. Gleich drei mehr oder weniger lang erwartete Filme starten im Wettbewerb der Berliner Filmfestspiele. Und Les Adieux à la reine wird sogar der Eröffnungsfilm werden, der erfahrungsgemäß immer besonders beachtet und kommentiert wird. Man darf also gespannt sein. Außerdem kommen zwei weltweit umschwärmte Männer in die Stadt (vielleicht sogar leibhaftig). Mads Mikkelsen spielt den deutschen Arzt Struensee im Dänemark des 18. Jahrhunderts (Eine königliche Affäre) und Robert Pattinson wird als George Duroy (Bel Ami) seinem Teenie-Schwarm Image eine neue Facette geben. Vermute ich mal. Für einen von beiden würde sogar ich mich an den roten Teppich randrängeln…

Die Jury ist wieder bunt gemischt, von gestandenen Regisseuren (Mike Leigh = Jury Präsident, François Ozon, Ashgar Farhadi) über Fotografen (Anton Corbijn) und Schriftsteller (Boualem Sansal) bis zu Schauspielern (Jake Gyllenhaal, Charlotte Gainsbourg, Barbara Sukowa). Ob die wohl in der Stimmung für Historie und raschelnden Taft sind?

Trailer für „Bel Ami“ ist da…

… und er ist öde ohne Ende. Als hätte man es nicht geahnt, nach gefühlten tausend Jahren post production. Seltsam zusammengeschnittenes, klischeehaftes Zeug mit grauenhafter, lächerlicher Musik. Die Kostüme sowie Uma, Christina und Kristen sehen aber soweit ganz nett aus, die sind vielleicht der einzige Trost.

 

Robert Pattinson beschehrt „Bel Ami“ Vermarktungsprobleme

Falls sich noch jemand gewundert hat, wieso man nichts mehr von der Bel Ami Verfilmung hört, in der nach dem Roman von Guy de Maupassant Robert Pattinson die Rolle des gewissenlosen Aufsteigers Georges Duroy verkörpert, kann hier bei The Playlist nachlesen, dass Pattinsons Teenie-Traum-Image den Produzenten ziemliche Kopfzerbrechen bereitet. So wird nach Pattinsons eigener Aussage immer noch an der Interpretation der Geschichte gewerkelt, denn der unmoralische und verwerfliche Protagonist könnte unter Umständen zu vielen Twilight-Anhängern vor den Kopf stoßen.

Der Hauptdarsteller äußerte sich in einem Interview mit Total Film dazu wie folgt: „Wir haben uns sehr eng an die Buchvorlage gehalten und weil der Typ (Georges Duroy) ein echtes Arschloch ist und am Ende auch noch alles gewinnt, ist der Film schwierig zu vermarkten – vor allem mit mir als Hauptdarsteller. (…) Jeder hat jetzt Angst, dass das Publikum denken wird: ‚Oh, ich will aber, dass er nett ist. Er muss nett zu allen Ladies sein“. Pattinson erklärte außerdem, dass der Film sich noch in der Postproduktion befinde und man immer noch dabei sei zu überlegen, was man mit seiner Figur machen sollte. Lässt sich nur hoffen, dass man bald zu einer Lösung kommt, die so wenig wie möglich Rücksicht nimmt auf diese postersüchtigen Twilight-Blagen. (Obwohl wahrscheinlich auch die nicht so eindimensional schwärmen, wie Verleiher das übergriffigerweise annehmen.)

Berlinale: Madonna kommt, Robert Pattinson nicht…

Zumindest sieht alles danach aus, denn weder A Dangerous Method noch Bel Ami lassen sich entgegen vieler früherer Gerüchte im Programm der 61. Berlinale finden. Dafür wird Madonna einige Ausschnitte aus ihrem neuen Film W.E. in einer Privatvorstellung präsentieren. Der komplette Film wird dann in Cannes vorgestellt. Ihr zweites Regiewerk handelt von der berüchtigten Abdankung des englischen Königs Edward VIII. zugunsten seiner Beziehung mit der Amerikanerin Wallis Simpson. Ob die Kabbala-Anhängerin Madonna die sehr freundschaftlichen Beziehungen des Paars zu damaligen Nazi-Größen unerwähnt lässt, bleibt die für mich spannende Frage. Wer traurig ist, weil Robert Pattinson vermutlich auch lieber nach Cannes fliegt als nach Berlin, für den ist vielleicht dieses neu erschienene Foto aus Bel Ami ein schwacher Trost. Das komplette Festival-Programm wird jedoch erst am 1. Februar veröffentlicht, vielleicht gibt es ja noch die eine oder andere Überraschung.

 

„Bel Ami“ – the women issue

So, hier mal ein paar Bilder von den Hauptdarstellerinnen und anderen weiblichen Akteurinnen am Set von BEL AMI. Garantiert Pattinson-free. Zumindest auf sein Konterfei habe ich bewusst versucht zu verzichten.  Sämtliches Bildmaterial findet ihr auf BelAmiFilm. So richtig viel taugen die Fotos zwar noch nicht, aber immerhin sind alle drei namhaften Darstellerinnen vertreten:

Christina Ricci als Clotilde

Ganz im Sinne der Emanzipation diskutierte man auf BelAmiFilm.com sehr aufgeklärt über Riccis Entscheidung, sich für den Film die Achselhaare wachsen zu lassen. Das Fazit der amerikanischen Blogger: ekelhaft, ein zu großes Opfer für die Kunst. Werde gleich nochmal Feuchtgebiete rauskramen, um mich zu erden.

Kristin Scott Thomas als Virginie

Noch mehr Bilder von Kristin gibt es hier, diesmal verschleiert und trauernd, im Angesicht dieser Hochzeit. Die Braut wird gespielt von Holly Grainger, in der Rolle der Suzanne.

Uma Thurman spielt Madeleine

Uma ist hier leider nicht kostümiert und auch was Make Up und Frisur (mit sich verselbständigender Haarspange) betrifft, bin ich nicht ganz sicher, ob das wirklich schon das Werk eines Maskenbildners war. Erinnert mich hier stark an Madonnas Evita.

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