„Game of Thrones“ – Kommentar zur ersten Staffel

Sean Bean als Eddard Stark auf dem Thron von Westeros

Was habe ich in den letzten Wochen gemacht, wenn ich eigentlich hätte fleißig bloggen müssen? Ich habe Game of Thrones geschaut, eine 10-teilige HBO Serienproduktion, um die in diesem Frühjahr niemand, der neugierig die US-Serienlandschaft beobachtet, herumgekommen ist. Game of Thrones ist eine Fantasy-Produktion, basierend auf den Romanen von George R.R. Martin, die hierzulande unter dem Reihentitel Das Lied von Eis und Feuer bekannt sind. Der erste Roman wurde nun in einer ersten, sehr erfolgreich laufenden Staffel verfilmt.

Die „Drachen“ – das Geschwisterpaar Viserys und Daenerys Targaryen

Worum gehts? Kurz und knapp: Zunächst geht es wenig um Fantasy, sondern eher um politische Intrigen rund um das Reich Westeros, das einst aus sieben Königreichen bestand und vom Geschlecht der Targaryens zu einem großen Reich vereinigt wurde. Im Norden wird Westeros von einer ständig bewachten, riesigen Eismauer abgeschirmt gegen …. man weiß noch nicht genau wogegen, auf jeden Fall gibt es dort unheimliche Wesen, die nach langer Zeit wieder aufgetaucht sind und wir werden wohl erst in der zweiten Staffel genaueres erfahren. Südlich dieser Mauer hatten einst die Baratheons die Macht im Reich übernommen und vom Drachen-Geschlecht der Targaryans war nur noch ein Geschwisterpaar übrig geblieben. Dieses Geschwisterpaar, Viserys und Daenerys (Harry Lloyd, Emilia Clarke), macht sich nun auf, Westeros wieder zurück zu erobern. Währendessen hat nach dem Tod von König Robert Baratheon sein Oberfieslings-Sohn Joffrey die Macht übernommen und im Reich ist ein kriegerischer Streit um den Thron zwischen den Geschlechtern der Baratheons, der Lannisters und der Starks entbrannt. Ich will jetzt mal aufhören mit dem inhaltlichen Geplänkel, denn so richtig zusammenfassen kann man das Ganze sowieso nicht.

Jon Snow und Wolfsjunges

Ich beschränke mich auf ein paar Highlights und Schwachstellen: Zu den Highlights gehören auf jeden Fall die gesamte Stark-Family. Allen voran Eddard Stark (Sean Bean), der hier so ziemlich der einzige Ausbund an Gutmenschlichkeit ist, dicht gefolgt natürlich von seiner Tochter Arya (Maisie Williams) und seinem Bastard-Sohn Jon Snow (Kit Harington), dessen Schicksal es ist, an der Mauer im Norden mit anderen mehr oder weniger Ausgestoßenen Wache zu schieben. Diese Mauer ist dann auch schon das nächste Highlight. Ein Ort wie am Ende der Welt, verlassen, beunruhigend und doch das wichtigste Bollwerk für die in Westeros lebenden Menschen. Für meinen Geschmack hätte sich dort in der ersten Staffel noch viel mehr abspielen können.

Tyrion Lannister

Weniger nett ist dagegen die Stark-Tochter Sansa (Sophie Turner), die mit den Lannisters anbandelt und die Gattin von Oberfiesling und Lannister-Spross Joffrey (Jack Gleeson) wird. Obwohl die Lannisters insgesamt fies und teilweise ekelhaft sind – hier vor allem Cersei Lannister (Lena Headey) , die eine extrem fragwürdiges Beuteschema hat – sind sie natürlich, wie alle Bösewichte, das Salz in der Suppe und entsprechd auch ein Highlight der Serie. Ein Lannister ist dabei besonders markant und die charakterlich interessanteste Figur der Serie: Tyrion Lannister (Peter Dinklage). Als Kleinwüchsiger ist er ein ähnlich Ausgestoßener wie Jon Snow und macht daher ein bisschen sein eigenes Ding, steht ein wenig zwischen den Fronten und man ist gespannt, wie es für ihn weitergehen wird. Dann gibt es selbstverständlich noch Unmengen von Nebencharakteren und Schauplätzen, die es schwer machen die Serie und den sehr verdichteten Plot zu beschreiben, aber umso mehr Spaß beim Zuschauen bringen.

Kommen wir zu den Schwachstellen: Als allererstes sind da die Dothraki zu nennen. Ein Stamm mit wilden Sitten und brutalen Hierarchien und mit  so richtig schönem Etno-Kitsch mit Pferderomantik, geflochtenem Haar und aus Gräsern gewobenen Klamotten. Näääää… Insgesamt einfach total daneben. Leider müssen hier die Targaryen-Geschwister mit genannt werden, denn erstens hätte ich mir für einen der beiden eine interessantere Zukunft gewünscht, um es mal so auszudrücken und für die andere… Nun ja, diese Entwicklung von gepuderter und gesalbter Halbelfe zur Innereien-verschlingenden Drachen-Königin ging mir irgendwie zu schnell. Immerhin haben wir von dieser Seite aus einen größeren Fantasy-Anteil zu erwarten und wenn Daenerys jetzt neu „bewaffnet“ ihren Pferdestamm verlässt und Westeros heimsucht (sie braucht doch jetzt keine Armee mehr, oder?) dann sind wir die dämlichen Dothraki hoffentlich endlich los. Jetzt hatte ich noch gar nicht geschrieben, wie die Targaryens zu den Dothraki kamen und wo die eigentlich leben, aber egal, ihr sollt ja sowieso alle die Serie gucken und dann wisst ihr es.

Gut, wann kommt die Serie ins deutsche TV? Wie es hier heißt, wird die erste Staffel diesen Winter bei TNT Serie ausgestrahlt, also Pay TV. Was natürlich schade ist, aber besser als nichts.

Ich belasse es mal dabei und poste noch das sehr schön gemachte Intro der Serie, in der man schon mal einen Überblick über die geografischen und politischen Gegebenheiten in Westeros bekommt.

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