Vor kurzem gesichtet…

Es reicht nicht für einen jeweils eigenen Beitrag, dennoch folgt hier mein Senf zu folgenden mehr oder weniger kürzlich gesehenen Filmen:

Die Buddenbrooks. Mir fehlen ein wenig die Worte angesichts dieser seelenlosen Produktion. Gott, was hab ich mich gelangweilt! Und was hab ich mich gesehnt nach Lilo Pulver, angesichts der komplett charmfreien und unnaiven Jessica Schwarz. Iris Berben als Konsulin? Erinnerte mich immer an diese Kaffeewerbung mit der Gräfin. Und Armin Müller-Stahl ist Armin Müller-Stahl, kommt viel zu weltbürgerlich rüber. Die einzig gute Besetzung war meiner Meinung nach August Diehl als Christian Buddenbrook, der mir auch schauspielerisch am besten gefiel. Ansonsten wurde die Handlung in Rekordtempo runtererzählt, da blieb keine Zeit für Befindlichkeiten und Zwischentöne, und das ausgerechnet bei Thomas Mann!

Agora. Ich hatte mich ja im Vorfeld sehr auf den Film gefreut und ihn dann nicht (Asche auf mein Haupt) im Kino gesehen, sondern doch auf die DVD gewartet, zum Teil auch, weil die Kritiken ja eher mittelprächtig waren. Ich wurde dann auch nicht so richtig warm damit, obwohl ich Agora insgesamt nicht schlecht fand. Vor allem Rachel Weisz‚ Leistung bleibt im Gedächtnis, die, wunderhübsch anzusehen, auch schauspielerisch herausstach. Das dogmatische religiöse Gewimmel ringsherum war irgendwie zu übersteigert und dermaßen gleichnisfreudig, dass schnell der Sättigungsgrad erreicht war. Da hätte ich lieber noch mehr Wissenschaft in the making gesehen. Gut gefielen mir die Kulissen in Alexandria und die „Kamerafahrten“ ins All und zurück als Metapher für die verhandelten philosophischen Themen zur Perspektive. Und wer hätte gedacht, dass Ellipsen so rührend wirken können.

Die Päpstin. Ja, auch den habe ich erst vor einigen Wochen gesehen. Dazu kann ich noch weniger sagen als zu den Buddenbrooks, obwohl er definitiv der bessere Film war. Was ist mir in Erinnerung geblieben? Die gefühlte hundertmal gesehene Szene, in der die Kinder aus der häuslichen Gewalt in die regnerische Nacht fliehen, noch während des Laufens schon der erste Husten kommt und dann direkt der Schnitt aufs Grab folgt. Ok, da kann der Sönke Wortmann nix dafür, wenn das so im Buch steht, aber wer lässt sich denn von sowas noch beeindrucken. Irgendeiner stirbt doch immer am todbringenden Wolkenbruch und seinen Folgen. Muss das noch mit ins Drehbuch? David Wenhams Part Gerold hatte das Anti-Aging-Gen, worauf man im Mittelalterambiente nicht gefasst ist und umso verwirrter reagiert. Was gefiel: Johanna Wokalek geht optisch sehr glaubhaft als junger Mann durch, spielte gut, wenn auch sehr brav, wie auch der ganze Film sehr brav wirkte. Ach ja, John Goodman fand ich noch ganz amüsant. Aber der ist eigentlich immer sein Geld wert.

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