Filmtip: „Voyna i mir“ / Krieg und Frieden

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Die sowjetische Verfilmung Война и мир des Tolstoi-Klassikers (Krieg und Frieden) aus den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts ist mein neues Lieblingsdrama. An dieser Stelle muss ich ihn allen Liebhabern historischer Filme und den Fans der literarischen Vorlage ans Herz legen.^^

Die im 70mm Format gedrehte Mammutproduktion hat eine Spiellänge von 484 Minuten, also 8 Stunden, und kostete nach modernen Standards gerechnet eine unglaubliche Produktionssumme von über 700 Millionen Dollar. Damit ist Voyna i mir bis heute auch der teuerste Film aller Zeiten.

Diese Mühe und den Aufwand sieht man dem Film jederzeit an. Besonders eindrucksvoll sind wahrscheinlich die vielen Schlachtenszenen, normalerweise eher etwas, worüber ich gerne hinweggehe oder einfach mal die Skip-Taste bemühe, aber hier kann selbst ich mich der Faszination dieser Bilderflut nicht entziehen. Bis zu 120.000 Statisten sollen zuweilen an solchen Kampfszenarios beteiligt gewesen sein, eine unvostellbare Zahl für unsere CGI-geplagten Zuschaueraugen.

Das sind natürlich erstmal Zahlen zum staunen, die nichts über die Qualität des Filmes aussagen. Dahingehend ist die wundersame Leistung des Regisseurs Sergei Bondarchuk hervorzuheben, der es tatsächlich geschafft hat, die literarische  Poesie des Romans in eine visuelle und akustische Poesie des Films umzuwandeln und das Werk wirkungsvoll von der vielbeschworenen Melancholie der „russischen Seele“ tragen zu lassen.

Wie oft heißt es bezüglich Literaturverfilmungen, man könne einen Roman filmisch eben nicht so erzählen, wie das Buch es vorgibt? Nun, wie man an Voyna i mir sehen kann, ist es wohl doch schlicht eine Frage der Inspiration, der eigenen künstlerischen Vision und letztlich die Frage danach, ob man für die klingelnde Kasse oder für den eigenen kreativen Anspruch produziert. (Nicht zu vergessen die Frage der Finanzierung ^^)

Teilweise gibt es ganz wunderbare Kamerafahrten und Perspektiven, die Besetzung ist ebenfalls ganz großartig, hier vor allem die Natascha (Lyudmila Savelyeva) und Regisseur Bondarchuk, der selbst die Rolle des Pierre Besuchow spielt.

Leider gibt es diese in vier Teilen veröffentlichte Produktion bei der Firma Icestorm nur in deutscher Synchronisation zu kaufen, ohne die russische Originaltonspur. Daher sollte man eventuell auf DVD-Versionen aus dem Ausland ausweichen, denn der Film sollte unbedingt und ausschließlich im Original mit Untertiteln angeschaut werden!

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