Rückblick: „Marie Antoinette“ von Sophia Coppola

Ich mochte historische Spielfilme schon immer, und schon als kleines Mädchen schwärmte ich natürlich für aufwendige Kostüme und schöne Roben, die für mich stets etwas märchenhaftes hatten. Diese frühkindliche Begeisterung wurde während meines ersten Kinoerlebnisses von Marie Antoinette wieder komplett reaktiviert. Die Bonbonfarben, die schillernden Stoffe, die glitzernden und perlenden Champagergläser und Schmuckstücke, die Pracht der Roben und Frisuren beschehrten mir ein aufrichtiges sinnliches Seh-Vergnügen.

Zuvor hatte ich die Marie-Antoinette-Biografie von Stefan Zweig gelesen und fand die mir bekannten Geschehnisse zufriedenstellend abgebildet. Aber wem will man etwas vormachen: Ich mochte den Film hauptsächlich seiner visuellen Ästhetik wegen. Kirsten Dunst verkörperte mit ihrer unkonventionellen Schönheit die Dauphine sehr mitreissend, die Königin jedoch weniger überzeugend. Doch der Star des Films waren und bleiben für mich die Kostüme, welche von Milena Canonero kreiert wurden. Daher war ich später für einen kurzen Moment enttäuscht, als ich aus vielen Quellen lernen musste, dass die Kostüme keineswegs historisch korrekt waren.

Nachdem ich mich seit einem Jahr ein wenig in die Mode des 18. Jahrhunderts eingearbeitet habe, sehe ich das aber nach wie vor als keinen Makel des Films, denn die Kostüme sind, wie das Gesamtkonzept wohl eher allegorisch angelegt und wollen, wie die übrige Darstellung auch, keine historische Kopie, sondern ein künstlerisches Original sein. Da die Ausstattung insgesamt nicht billig wirkt und die Roben dennoch aufwendig und üppig sind, kann ich diesbezüglich keinen Mangel empfinden. Was man über die Dramaturgie des Films, der streckenweise doch recht langatmig ist, leider nicht sagen kann.

Für alle Interessierten: Hier gibt es einen Podcast von frockflicks über die Kostüme des Films Marie Antoinette.

 

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